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Leben im Delta

Kunst und Wissenschaft an der Alanus Hochschule – Schlüssel für eine gute Pädagogik

In einer Welt, die von globalen Herausforderungen und sozialen Umbrüchen geprägt ist, wird die Notwendigkeit, zukunftsfähige und integrative Bildungsmodelle zu entwickeln, immer dringlicher. Dabei stellt das Studienzentrum der Alanus Hochschule in Mannheim einen Ort dar, an dem nicht nur Wissen weitergegeben wird, sondern auch Impulse für die pädagogische Praxis gesetzt werden, in der Persönlichkeitsentwicklung vor Leistungswettbewerb steht. Ein Modell, das in einer zunehmend technologiegetriebenen Welt mehr und mehr an Bedeutung gewinnt und besonders in pädagogischen Kontexten eine besondere Brisanz hat.

Gelebte, ganzheitliche Bildung als Impuls für die Zukunft

Ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal des Alanus-Studienzentrums ist der gleiche Stellenwert von Kunst und Wissenschaft. Der kreative Ansatz, der in den Lehrplänen fest verankert ist, fördert nicht nur das intellektuelle Wachstum, sondern trägt auch zur Persönlichkeitsbildung bei. In künstlerischen Modulen wie zum Beispiel Schauspiel, Musik oder Werken erfahren die Studierenden, was es bedeutet, Wissen durch praktisches Tun zu erwerben. „In unseren Seminaren werden oft spielerische Übungen eingebaut, die uns helfen, über Erlebnisse zu Erkenntnissen zu gelangen. Das ist nachhaltiger als rein textbasierte Arbeit“, sagt Alexandra, Studentin im 6. Semester Heilpädagogik. „Das Konzept ergänzt sich sinnvoll. Wissenschaft wird durch künstlerische Übungen zugänglich“, betont ihre Kommilitonin Imke, die das Beispiel Musik anführt. „Wenn wir Musik im heilpädagogischen Kontext betrachten, geht es nicht um Perfektion, sondern um die Wirkung von Melodien als Mittel der Kommunikation oder der Therapien. Über künstlerische Übungen können wir dies an uns selbst erfahren.“

Lernen im Einklang von Verstand, Gefühl und Erfahrung

Dieser integrative Ansatz spiegelt sich auch im Studium der Waldorfpädagogik wider, das mit Bachelor und Master für den Lehrerberuf an Waldorfschulen qualifiziert. Der waldorfpädagogische Ansatz fördert neben rationalem Denken auch handwerkliche und künstlerische Fähigkeiten sowie soziale und emotionale Kompetenzen. Lernen wird nicht nur als Wissensaneignung, sondern als individuelle Entfaltung verstanden, die Wissen, Kreativität und emotionale Intelligenz gleichermaßen umfasst. „In einer Zeit, in der Bildung immer wieder auf die Vermittlung von Fachwissen reduziert wird, legt die Waldorfpädagogik Wert auf die ganzheitliche Entwicklung des Menschen“, erklärt Professor Dr. Albert Schmelzer, der seit vielen Jahren im Studienzentrum lehrt und der die Mannheimer Interkulturelle Waldorfschule im Jahr 2003 mitgründete und die Gründungsphase wissenschaftlich begleitete. Karolin, die gerade kurz vor ihrem Masterabschluss steht und ab Herbst als Lehrerin an einer Waldorfschule arbeiten wird, verdeutlicht die Rolle der Künste im Studium: „Durch die künstlerische Praxis habe ich eine innere Gelassenheit erlangt, die über oberflächliches Selbstbewusstsein hinausgeht.“

Wissenschaftliche Forschung als Fundament für ganzheitliche Bildung

Neben der praxisorientierten Ausbildung legt das Alanus-Studienzentrum großen Wert auf wissenschaftliche Forschung. Eine laufende Studie untersucht den Zusammenhang zwischen künstlerischen und materialbezogenen Prozessen sowie der Erlebnisebene. „Die Ergebnisse dieser Studien werden genutzt, um sie in pädagogische Handlungsfelder zu integrieren. Gleichzeitig stellen sie eine wissenschaftliche Grundlage dar, denn obwohl künstlerische Praxis allgemein als bildend angesehen wird, fehlen bisher empirische Daten zum materialbezogenen Handeln“, erklärt Sarah Starosky, Professorin für Bildhauerei, die zusammen mit ihrem Kollegen Professor Dr. Johannes Wagemann das Projekt leitet. Die Hochschule arbeitet nicht nur in nationalen Kontexten, sondern auch in internationalen Netzwerken, um den Austausch über die neuesten Entwicklungen in der Bildungsforschung, auch mit interdisziplinären Ansätzen, voranzutreiben. So findet in diesem Jahr ein Kongress der „First-person Sciences of Consciousness“ statt, bei dem Forscher und Forscherinnen aus der ganzen Welt auf dem Mannheimer Campus der Alanus Hochschule zusammenkommen.

Ein zukunftsgerichtetes Kompetenzzentrum

Durch die Verzahnung von Kunst und Wissenschaft wird das Alanus-Studienzentrum zu einem Kompetenzzentrum der Waldorf- und Heilpädagogik. Es bietet einen Raum, in dem Studierende ihr künstlerisches und wissenschaftliches Potenzial entfalten können. Das Studienzentrum bleibt somit nicht nur ein Ort der akademischen Bildung, sondern auch ein Entwicklungsraum, der mit seinem interdisziplinären Ansatz die Zukunft der Bildung aktiv mitgestaltet. Felix, der kurz vor seinem Bachelor-Abschluss steht, subsummiert: „Eine fortschrittliche Hochschule sollte immer Kunst und akademische Lehre gleichermaßen einbeziehen.“

Bildungsort für viele

Neben den staatlich anerkannten Bachelor- und Master-Studiengängen der Waldorfpädagogik und Heilpädagogik bietet das Studienzentrum auch eine Waldorf-Akademie, an der Fort- und Weiterbildungen für Pädagogen, Lehrkräfte und Quereinsteigende stattfinden, die sich auf den Waldorfansatz spezialisieren möchten.

(Fotos © Charlotte Fischer, Alanus Hochschule Mannheim)

 

 


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